Sonntag bis Donnerstag, 26. bis 30. April Zwanzigzwanzig – Globetrottel’s Bericht – in Dasaki Achnas

33. Tag der eingeschränkten Ausgangssperre – Sonntag, 26. April
Mückenarme, kühle Nacht. Am Morgen begrüßte uns wieder die Sonne, aber es war merklich kühler, auch ging ein kräftiger Wind. Der sorgte dafür, dass wir uns überwiegend im Womo aufgehalten haben, beim Spaziergang am späten  Nachmittag fliegen die Schwalben in Bauchhöhe um uns herum. Nachdem die Sonne zur Ruhe gegangen ist, schlief auch bald der Wind ein, die Moskitos wurden munter.

image

34. Tag der eingeschränkten Ausgangssperre – Montag, 27. April
Ein paar Wolken verhinderten, dass es allzu warm wurde, ein angenehmer Wind verbesserte unser Wohlbefinden, ansonsten gibt es nichts zu berichten, außer, dass ein Farmer jetzt fleißig bei der Kartoffelernte ist.

image

35. Tag der eingeschränkten Ausgangssperre  – Dienstag, 28. April
Ein ereignisreicher Tag; kaum dass wir unser Frühstückgeschirr im Womo verfrachtet haben, mußte ein älterer Mann mit seinem Pick up bei uns Station machen, er fand es super, dass wir hier in der schönen Umgebung so lange Urlaub machen. Später bekamen wir das unmoralische Angebot, uns als Haushüter zu betätigen, aber wir hoffen ja darauf, dass morgen das Parlament die vorgeschlagenen Erleichterungen bestätigt und verabschiedet, auch für den Nord Zypern Teil wird eine dreistufige Lockerung ab dem vierten Mai ins Auge gefaßt.
Heute ist uns aufgefallen, dass es erst nach zwanzig Uhr so richtig dämmerich wurde, im Westen hinter den Bäumen versteckt gab es wieder einen schönen Sonnenuntergang. Da merkten wir reichlich spät, dass wir unser Abendessen aus den Augen verloren haben, dann wurden wir uns nicht einig, was auf den Tisch kommt. Kurz entschlossen kam es zu einem Kompromiss, typisch deutsches Essen, Bratkartoffeln mit gebackenen Halloumikäse. 🤭

image

36. Tag der eingeschränkten Ausgangssperre – Mittwoch, 29. April
Vertreibung aus unserem Paradies!
Der Tag fing schon seltsam an; lange bevor die Wecker klingelten, gurrten ein paar Tauben um die Wette, logisch dass wir nach dem Weckton dann nicht sofort aufgestanden sind. Etwas irritiert vernahmen wir nur wenig später ein dezentes klopfen an der Womotür, draußen stand ein Ranger im Grünzeug. Freundlich erklärte er uns, dass wir hier nicht campen dürften, auch dürften wir hier kein Feuer machen. Zunächst verwiesen wir darauf, dass wir kein offenes Feuer hier entfacht haben und campen würden wir hier ja nur, weil wir nirgends wo hin könnten. Verwundert nahm er zur Kenntnis, dass wir hier schon an die fünf Wochen stehen. Nachdem er sich unser äußerst saubere Camp angesehen hat, gab er seine Zustimmung, dass wir hier weiterhin stehen bleiben dürfen. 😃 Für den Fall der Fälle nannte er uns noch die Telefonnummer vom Fire Department, da sollen wir sofort anrufen, wenn wir ein Feuer bemerken.  🚒
Eine kleine Weile später, wir saßen gerade auf der Terrasse beim frühstücken, kam der gute Mensch wieder, er habe mit seinem Chef telefoniert und wir könnten doch nicht weiterhin hier campieren. Um hier in der Gegend weiterhin zu verweilen, müssten wir mit dem britischen Gouvernement telefonieren und uns im Ort beim Konzil melden. Um uns die Sache zu erleichtern, werde er gleich zum Konzil im Ort fahren und die Sache vorab für uns klären.
Nachdem wir unser Frühstück beendet hatten, schmissen wir uns in die besten Klamotten, nahmen unsere nicht mehr benötigten Wertstoffe mit auf den Weg in den Ort. Da wir ahnten, wo das Konzil sein müsste, fanden wir dieses dann auch gleich auf Anhieb, nur auf der versperrten Doppeltür erklärten zwei verschiedene DIN4 Ausdrucke auf Griechisch mit kyrllischen Buchstaben, dass hier kein Durchkommen ist? 🤔
Unsere zaghafte Rüttelei an der Glasfront ist im Inneren wohl vernommen worden, eine Angestellte deutet lächelnd auf die offene Hintertür und macht uns Zeichen, um das Gebäude herum zu gehen. Schnell ist geklärt, dass wir DIE CAMPER sind, man bittet uns auf der schattigen Terrasse Platz zu nehmen. Möchten sie was trinken, Wasser oder zypriotischen oder Nescafé? (Nein, Bier oder Wein war nicht im Angebot.) Nun folgte ein kleiner Smalltalk, ein älterer Mann in Arbeitskluft führte im passablen Englisch das Gespräch. Nachdem geklärt war, dass wir nicht auf Zypern leben, sondern deutsche Touristen auf einer Zypernrundreise sind, wurde die Stimmung noch entspannter und noch freundlicher. Die Angestellte sammelte unserer Persos zum fotokopieren ein und uns wurde jetzt endgültig Kaffee aufgezwungen. 🤭
Nach und nach wurde uns klar, der Mann im Arbeitsanzug hat hier ein gewichtiges Wort zu sagen. Eeine ganze Weile später, nachdem wir uns geoutet und ihm Bilder von Marokko auf den Tab 💻 gezeigt hatten, er träumt von der eigenen Sahara Tour, unterschrieb er lässig unsere Aufenthaltsgenehmigung❗

image

Nun tauchte sogar noch ein maskierter 😷 Mann auf, der auch noch Gummihandschuhe trug, man beruhigte uns, das sei nur ein Polizist. 🚔 Er ließ von unseren Persos und der Aufenthaltsgenehmigung weitere fotokopien anfertigen, ließ uns die Telefonnummer der Polizei auswendig lernen (112) und verschwand alsbald. Von der sympathischen Angestellten bekamen wir zum Abschied auch noch ihre Telefonnummer mit auf dem Weg.
Zunächst eilten wir zur geöffneten Metzgerei, viel Auswahl war nicht in der Kühltheke, so kauften wir uns eine anständige Auswahl an Koteletts, anschließend besuchten wir den dörflichen Supermarkt, hier saß an der Kasse wie gehabt der Chef mit seiner Gesichtsmaske. Viel Auswahl an Grünzeug gab es nicht, so ergatterten wir rasch den letzten Vorrat von den kleinen Bananen. Brot und Cerealien wanderten auch mit auf dem Weg zur Kasse und wir stellten uns erst jetzt die Frage,  ob wir die Einkaufskörbe 🛒 übersehen hatten? 🤔
War natürlich ein größerer Einkauf geworden, zum Glück war die große Tasche von den Wertstoffen befreit und nahm spielend den Einkauf auf. Auf dem Rückweg trafen wir viele Menschen ohne Masken, ob die sich wirklich alle eine SMS-Genehmigung geholt haben, bezweifelen wir auch.
Zurück am Womo konnten wir gleich Mittag machen, nach der Kaffeetafel packten wir unsere sieben Sachen zusammen und wechselten zum Parkplatz vom Picknickareal. Zwei Pkws standen da auch schon rum, und Spaziergänger waren auf den Weg in das Dorf, gilt hier die eingeschränkte Ausgangssperre nicht?  🤗  🤔

image

37. Tag der eingeschränkten Ausgangssperre  –  Donnerstag, 30. April
Morgends um sieben Uhr war die Nacht zu Ende, direkt neben dem Womo stellte sich ein Duo mit ihrem Pkw ab und quatschte laut vor unserem Fenster. 😕
Kaum das die endlich wegfahren waren, meldeten sich ein paar Millionen Tauben zu Wort, sie gurrten um die Wette, nur die lauten Hammerschläge von der orthodoxen Kirche konnten das noch toppen. Aus der Vergangenheit wissen wir, dass die nebenan vorbeiführende Piste eigentlich nirgendwohin führt und eigentlich sehr verkehrsarm ist, nun scheint es ein weiterer Schleichweg der SMS-Verweigerer zu sein, um in den nächsten Ort oder zum Lidl zu fahren.
Vor dem Frühstück breiten wir einen kleinen Teppich neben dem Womo aus, damit wir von dem kniehohen Gras beim Sitzen nicht gepickst werden. Bis nach der Mittagszeit kehrte sowas wie Ruhe ein, wir konnten weitere kleinere Wartungsarbeiten erledigen, Dagmar nimmt weitere „Produkte“ in die VORRAT Liste App auf, damit hört in Zukunft die Sucherei hoffentlich auf?  🤔
Zur Kaffeezeit frischte der Wind bei mittlerweile zugezogenem Himmel auf, ein Pärchen verschwand im Wald zu einem Schäferstündchen und auf unserem Parkplatz tummelten sich zeitweise bis zu vier Pkws gleichzeitig. Wir haben uns die neuen Verordnungen der eingeschränkten Ausgangssperre extra noch einmal angesehen, eigentlich dürfte niemand hier sein, ob wir alleine vor der Womotür hocken dürfen, ist nicht explizit definiert, die haben uns Womofahrer nicht erfasst! 😃

image

Ich bin hier: N 35° 01.431′ E 033° 46.200′ // 52 m
Ü-Platz: Dasaki Achnas, Picnic Site, alternativ (wegen Ausgangssperre)
Ich bin hier: N 35° 01.537′ E 033° 46.079′ // 52 m
Ü-Platz: Dasaki Achnas, Picnic Site

Kategorien: 2020-04 April, Zypern | Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , | 2 Kommentare

Beitragsnavigation

2 Gedanken zu „Sonntag bis Donnerstag, 26. bis 30. April Zwanzigzwanzig – Globetrottel’s Bericht – in Dasaki Achnas

  1. Mit offizieller Erlaubnis steht es sich dann auch beruhigter, oder? So langsam fühlen wir uns eingesperrt und die Hoffnung auf eine Überwinterung im Süden schwindet langsam. Unsere Kinder freuen sich schon auf gemeinsame Weihnachten. Doch bis dahin fließt noch viel Wasser die Pegnitz hinunter. Liebe Grüße und bleibt heiter

    Gefällt 1 Person

    • 1. Es heißt doch: Fließt noch viel Wasser den Rhein herunter 🤭
      2. Unsere Kinder wünschen sich auch, dass wir Weihnachten in der Kälte verbringen. 🥶 ☃️ 🎄
      3. Im „Wald“ haben wir isoliert gestanden, jetzt haben wir jeden Tag Besuch. Am Wochenende gibt es noch keine Genehmigung, um die örtliche Umgebung zu verlassen, außerdem ist es nur zwei Personen gestattet, sich zu treffen, natürlich mit 2 m Mindestabstand zueinander. Zum Glück ist der Virus auf Zypern nicht großartig verbreitet, so dass wir Hoffnung haben, dass unsere Besucher sich nicht gegenseitig anstecken. Wir sind weiterhin unfreundlich zu unseren Besuchern, vermeiden jeden näheren Kontakt, möchten ja nicht krank werden.
      Macht es alle wie wir und bleibt gesund❣

      Liken

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Erstellt mit WordPress.com.

%d Bloggern gefällt das: