Resümee 2018

Einsam, windig und kühl war es wie wir auf die Peloponnes in der Ferne in der Sylvesternacht auf 2018 wenige Raketen in den pechschwarzen Himmel stiegen.
Noch in der ersten Januarwoche glaubten wir, der Sommer ist da, ein deutscher Sommer zumindest.
Nach einem Leitmotiv für das Jahr suchten wir nicht, das ließen wir auf uns zukommen. Einen prägnanten Song hörten wir nicht, einer von Jürgen’s Lieblingskünstlern sang vom Fernweh und der Sehnsucht nach Marokko, aber nach einem halben Jahr in Marokko kam bei uns noch kein Schmachten nach dem Orient auf.

Mal wieder die Toten Hosen? „Ich will nicht in das Paradies, wenn der Weg dahin so schwierig ist?“
Nein, das passte in unseren Ohren auch nicht. Wir fanden, wir sind im Paradies, nicht immer, aber ziemlich oft, und der Weg war auch nicht sooo schwierig.
(Nun ja, er ist einfach, wenn man/frau die Abkürzung kennt.)

Unser Langzeitaufenthalt in Elea auf Peloponnes rächte sich. Wie wir endlich starteten, war es schon fortgeschrittener Frühling, in Griechenland zumindest. Das war schön, das gefiel uns!
Was uns nicht gefiel, waren die Eintrittspreise für die vielen archäologischen Attraktionen. Die Tafel mit den Winterpreisen wurde in die Ecke gestellt und der deutlich höhere Sommerpreis angeschlagen. Da mussten wir dann doch schlucken, die Differenz zwischen den beiden Tarifen war ganz schön heftig!
So ließen wir einige Sehenswürdigkeiten links liegen, kommen in einem der nächsten Winter bestimmt wieder.

Wir umrundeten die Peloponnes, alle fünf Finger schafften wir mal wieder nicht. Bald wurde es uns zu warm an der Küste, die kühleren Berge lockten uns. In den Bergen standen wir dann irgendwann vor der bulgarischen Grenze.   Sollen wir?     Sollen wir nicht?
Die Entscheidung fiel uns leicht, den Weg zurück kannten wir, den nach vorne nicht, also auf nach Bulgarien.

An die griechischen Schriftzeichen hatten wir uns etwas gewöhnt, jetzt kamen neue, bulgarische,  dazu.
Was wir nicht an Bord hatten und in Bulgarien auch nicht kaufen konnten, das war ein Reiseführer. Jürgen fragte bei einer deutschsprachigen bulgarischen Facebook Gruppe um Rat und wir bekamen Tipps zu allen von uns benötigen Informationen. Reiseziele und Restaurantempfehlungen und sogar eine Einladung eines Forum-Mitglieds, ihn am schwarzen Meer zu besuchen, welches wir schon nach acht Wochen erreichten.
Zwischen der griechischen Grenze und dem schwarzen  Meer hatten wir uns sehr wohl gefühlt. Die Sprache hatten wir nicht gelernt, aber die Bulgaren waren sehr gut zu uns, wir hatten (fast) immer Hilfestellungen bekommen. Dass wir nicht immer wußten, was wir im Restaurant bestellt hatten, war nicht so schlimm, das Essen war immer sehr schmackhaft und lecker. Zum Ende des Sommers wären wir beinahe wieder hängen geblieben. Am Strand in Sichtweite der rumänischen Grenze konnte man so schön abhängen. Die tschechischen Nachbarn verwöhnten uns mit ihrem Wissen, die bulgarischen Camper waren sowieso supernett.
Schweren Herzens nahmen wir Abschied, der Herbst kündigte sich vorsichtig an.
Wohin sollte es jetzt gehen?

Der Plan war grob gestrickt, kleine Balkan-Rundreise mit Schwerpunkt, einige Zeit in Albanien
zu verbringen und dort auf den Winter zu warten. Auf der Recherche im Internet, was man so in Albanien ansteuern sollte, merkten wir bald, dass eine riesige Karawane von deutschen Campern auf dem Weg dorthin war, das schmeckte uns nicht sonderlich, Alternativen mußten her.

Seit ein paar Jahren schwirrte immer wieder die Idee, die Türkei zu bereisen. Was ist das für und das wider?

Internet wusste Rat, dagegen sprach die politische Lage, alles andere sprach dafür.
Letztendlich war der deutliche Kursverfall der türkischen Lira das letzte ausschlaggebende Argument, dorthin zu steuern. Ohne Lohn aber mit viel Arbeit sind wir unterwegs und wenn wir mal einen Groschen sparen können, warum nicht ?

Die Grenzbeamten meinten es wieder gut mit uns und sahen uns nach, dass wir kein türkisch lesen, verstehen noch sprechen konnten. Der Hirte, der uns am nächsten Morgen begrüßte, verstand uns auch nicht, seine Gestensprache wischte auch deutlich von seinen marokkanischen Kollegen ab. Aber das wichtigste, er lächelte freundlich!

Kaum in der nächsten Stadt eingeparkt, bekamen wir eine gratis Rundführung, nur so, weil er gerade ein wenig Zeit hatte, ohne irgendeinen Hintergedanken, eine Provision von irgendeinem Andenkenverkäufer.
Wenig später liebenswerte Nachbarn am Strand, kommuniziert wurde über das Smartphone, bis die Tochter kam, die mußte dann dolmetschen.
Wir verbrachten ein paar schöne Tage mit den Nachbarn, der Höhepunkt war dann die Geburtstagsfeier der Tochter, der Vater servierte uns seinen Schwarzgebrannten.

In Istanbul hätten wir noch Wochen verbringen können, die Stadt ist einfach geil.
Nach ein paar Tagen zogen wir den Schlusstrich, kommen ein anderes Mal wieder, fest versprochen.

Die neunzig Tage, die wir in der Türkei verbringen durften, waren einfach toll. Immer wieder bemerkten wir die kleinen Aufmerksamkeiten, die wir bekamen, fast täglich, die können wir nicht alle aufzählen, haben wir auch in unserem Reiseblog nicht geschafft.
Gastfreundschaft ist hier noch keine Phrase, sie wird gelebt.  Hoffentlich zeigten wir uns ihrer würdig.

Nach fast drei Monaten verabschiedeten wir uns aus der Türkei. Nicht, dass wir nicht gerne länger geblieben wären, aber wir dürfen ja nur 90 Tage im Land verweilen.
Die letzten etwas trüben Tage machten uns die Trennung etwas leichter. Das Chaos im letzten Fährhafen störte uns nicht, es amüsierte uns eher.
An der Grenze wurden wir korrekt und zügig abgefertigt, die nicht bezahlte Autobahnmaut von Istanbul nicht eingetrieben und vom Blitzerkasten vom Vortag wusste auch niemand etwas.

In unseren drei Monaten hatten wir überwiegend frei gestanden, nur ein paar Picknick Alanis verlangten teilweise einen kleinen Obolus. Einmal wurden wir von der Polizei aufgefordert, zwecks der Übernachtung weiter zu fahren, das war nach unserer Vermutung in der Sicherheitszone des Freilichtkomplexes von Ephesos.
Dort auf dem offiziellen Parkplatzes wurden wir am späten Abend von der Polizei angesprochen, ob alles in Ordnung sei, durften aber dort nächtigen.
Einen dritten Polizeikontakt hatten wir bei einer allgemeinen Verkehrskontrolle, Führer- & Fahrzeugschein, freundlich und schnell erledigt.

Logischerweise ging es wieder nach Griechenland. Am Zoll wurden wir nicht durchsucht, ob wir ein paar Flüchtlinge an Bord haben.
Uns erwarteten wieder schlechtere Straßen und die Autobahn kostete Maut. Um dem schlechten Wetter zu entfliehen, nehmen wir das in Kauf.
Athen bescherte uns wieder trockenes Wetter und die Akropolis konnten wir am Gratis-Sonntag bei schönem Wetter besichtigen und nach ein paar anstrengenden aber intressanten Besichtigungstagen ging es weiter zu unserem Winterexil.

          Irgendwie ist alles anders,
          der Himmel blauer,
          die Luft lauer,
          die Sonne wärmer!
          Liegt das daran, dass wir auf die  P e l o p o n n e s  sind?  😉

          Wir freuen uns riesig, wieder hier zu sein.

So unser Beitrag im Blog bei der Ankunft in Korinth, ab hier sind wir mittlerweile fast etwas heimisch, aber lesen können wir die griechischen Buchstaben immer noch nicht so richtig, das war in der Türkei da schon viel einfacher.

Das Jahr neigt sich dem Ende zu, es wird Zeit, die Neujahrsgrüße zu versenden und neue Ziele für das nächste Jahr zu schmieden. Neue Ideen haben wir schon, müssen mal intensiv recherchieren.

Ihr werdet es dann nächstes Jahr im Blog lesen?

Wünschen allen einen guten Rutsch ins neue Jahr und bleibt gesund!

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Kategorien: Allgemein, Bulgarien, Griechenland, Peloponnes, Türkei | Schlagwörter: , | Ein Kommentar

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Ein Gedanke zu „Resümee 2018

  1. Natürlich sind wir bei Eurer Reise auch im nächsten Jahr wieder mit dabei und sind schon gespannt, welche Einblicke Ihr uns verschaffen werdet.
    Kommt auch Ihr gut ins Neue Jahr.
    Viele Grüße schicken
    Susanne und Peter

    Gefällt 1 Person

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